Kultfreizeit
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Gemeinsam lernen nach den Ferien bewusster zu Leben
Kreisjugendring Coburg kooperierte bei seiner Jugendfreizeit mit Gesundheitsexpertin
Rödental - Am vierten und letzten Abend, an dem die Gesundheit und insbesondere der Umgang mit Stress, im Mittelpunkt der Jugend-Freizeit des Kreisjugendrings Coburg steht, betrete ich den Multifunktionsraum des Kreisjugendheims „Am Weinberg“ in Rödental. Ich höre beruhigende, fast sphärische Musik. Die Jugendlichen sitzen an Tischen oder auf dem Boden und malen, ganz in sich versunken, ihr persönliches Mandala. Eine von Phantasie und Entspannung getragene Atmosphäre macht sich im Raum breit. Nicole Götz, selbständige Fachkraft für Gesundheitsförderung, bittet die zwölf- bis fünfzehnjährigen Mädchen und Jungen nach zehn Minuten zurück in den Stuhlkreis, um dort kurz deren Eindrücke im Umgang mit der soeben geschenkten Zeit zu sammeln.
Dass solche, bewusst in den Alltag eingeplante Pausen helfen, den Mitmenschen ausgeglichener und offener zu begegnen, möchte sie den Teenagern damit vermitteln. So kann der Umgang mit der Familie, mit Freunden und besonders mit Menschen, die hohe Anforderungen an die eigene Leistung stellen, wie Lehrer oder Ausbilder, besser gelingen. Als Tipp gibt die Gesundheitsexpertin den Jugendlichen mit auf den Weg, dass schon das Ersetzen von Wörtern wie muss oder müssen durch dürfen oder wollen, bei der Bewerkstelligung von Aufgaben entlasten kann. Diese gilt es außerdem mit den eigenen persönlichen Zielen für die private und berufliche Zukunft abzugleichen.
Das „Soziale Umfeld und die Arbeit an Gedanken und Sprache“, so der Schwerpunkt dieser eineinhalbstündigen Kurseinheit, ist der diesjährige Abschluss der Kooperation zwischen dem Kreisjugendring Coburg und der Gesundheitsförderung von Nicole Götz, die von der Audi BKK und einigen gesetzlichen Krankenkassen der Freizeitteilnehmer unterstützt wurde. In weiteren sechs Kursstunden vorher erarbeitete die Gesundheitsberaterin mit den Jugendlichen Grundlagen von Stress sowie die Themen Entspannung, Zeitmanagement, Bewegung und Ernährung. Dieselben Jugendlichen, die bei den weiteren Aktionen der KJR-Ferienmaßnahme erlebten, sich in der Gruppe mit Spaß und Kreativität einzubringen, bekommen mit diesen gesundheitsfördernden Angeboten die Möglichkeit, die bald wieder anstehenden Anforderungen in Schule und Privatleben besser zu bewältigen. Das funktioniert aber nur, wenn man bewusst Auszeiten in den eigenen Alltag einbaut, so Nicole Götz abschließend. Mit dieser „Hausaufgabe“ beendet die Gesundheitswissenschaftlerin den Abend. Sie wünscht den Jugendlichen, dass sie mit ihrem Leben reflektiert umgehen, damit sie sich körperlich und geistig fit fühlen können.
Dass man bewusster leben auch in den Ferien lernen kann, war für viele der teilnehmenden Teenies neu, aber auch aufregend und erfrischend. Müde, aber mit zahlreichen neuen Anregungen zum Umgang mit dem eigenen Leben, gehen die Jugendlichen zu Bett. „Ich werde ab sofort besser darauf achten, was ich esse“, meldet einer von ihnen zurück. Ich selbst hoffe, dass er schon morgen beim Frühstück eher zu Müsli und Obst, als zur Schokocreme greift.

